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Städtischer Musikverein Soest e. V.

Unser Konzert vom 20.09.2009

Neben dem Actus tragicus BWV 106 und der Triosonate BWV 1039 erklang das Requiem des zeitgenössischen Komponisten John Rutter. Der Aufführungstermin war der 20. September 2009 um 17 Uhr in Neu St. Thomae.

Michael Busch leitet die Probe zum Konzert am 19.09.2009
Probe zum Konzert am 19.09.2009 in Neu St. Thomä. Foto: Sophie Kupczyk.

Michael Busch leitet die Probe zum Konzert am 19.09.2009
Probe zum Konzert am 19.09.2009 in Neu St. Thomä. Foto: Sophie Kupczyk.

Michael Busch leitet die Probe zum Konzert am 19.09.2009
Probe zum Konzert am 19.09.2009 in Neu St. Thomä.

Der "Soester Anzeiger" bemerkte in seiner Ausgabe vom 22. September:

"Paukenschläge und Idyll - Chor des Musikvereins unter Michael Busch gab John Rutters "Requiem" - Bachs "Actus tragicus" als Kontrast und Ergänzung.

Von Bettina Boronowsky.

SOEST Bachs "Actus tragicus" und das "Requiem" des reichlich unbekannten, modernen englisch-amerikanischen Komponisten John Rutter - die Ankündigung klang nach schwererer Kost, nach einem vorgezogenen November-Konzert des Soester Musikvereins. Das große Publikum aber erlebte am Sonntag in der voll besetzten Thomäkirche einen kurzweiligen Abend voller Entdeckungen und Überraschungen.

Rutter - Requiem - Foto vom Soester Anzeiger (Hoffmann)
Der Chor des Städtischen Musikvereins intonierte das weitgehend unbekannte, aber dennoch überzeugende und mitreißende Requiem von John Rutter in der Thomäkirche. Foto: Hoffmann

Die größte dürfte für viele Hörer die Erkenntnis gewesen sein, dass ein zeitgenössisches Requiem durchaus nicht schwer zugänglich sein muss. Rutters Werk ist der Beweis. Es ist modern - nicht nur, weil es erst 1985 komponiert wurde, sondern weil es eine aktuelle Tonsprache benutzt und durch seiner relativen Kürze den herrschenden Hörgewohnheiten entgegenkommt.

Der Name des Komponisten sagt den meisten Musikfreunden wenig. Sein Requiem wurde in Soest und im Umkreis tatsächlich noch nie aufgeführt, obwohl es ansprechend ist und direkt ins Ohr geht. Ein Grund mag vielmehr die ungewöhnliche Orchesterbesetzung sein. Am Sonntagabend spielten Rachel Kelz, Harfe, Gabriele Gläsmann, Orgel, Henriette Böltz-Vogel, Oboe, Regina Streblow, Flöte, Ulrich Rikus, Cello, und Istvan Türk, Schlagwerk.

Komponist findet sehr eigene Tonsprache

Der Komponist verbindet die lateinische Toten-Liturgie mit englischen Psalmtexten und findet eine sehr eigene Tonsprache. Ganz und gar unbefangen setzt es jedes musikalische Mittel zur Textauslegung ein und macht die Musik damit enorm farbig und plastisch. Selten klingt etwas schräg, sondern meistens so kantabel, als könne man gleich mitsingen.

Anfangs beim "Requiem aeternam" künden dumpfe Paukenschläge von Tod und Dunkelheit, aber schon strahlt das "Lux perpetua" im hellen Dur im Chor auf. Wenn es später im Text heißt "Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir", verdeutlichen tiefe Celloklänge die Aussage. Und Rutter scheut auch nicht davor zurück, zu "Der Herr ist mein Hirte" ein pastorales Idyll mit Harfe und Oboe zu zeichnen. Kein Wunder, dass der Hörer da mehrfach an Filmmusik denken muss.

Das Requiem wirkte umso lockerer, als es zu Bachs strenger Motette "Actus Tragicus", dem Eingangswerk, kontrastierte. Dabei passen diese beiden Hauptwerke dieses Abends eigentlich gut zueinander, weil sie inhaltlich und formal Parallelen aufweisen. Das Thema ist dasselbe. Beide Komponisten haben ihre Texte frei zusammengestellt und komponierten zu einem konkreten Anlass. Bach wahrscheinlich für die Trauerfeier seines Onkels, Rutter zum Tode seines Vaters.

Zwischen den beiden Hauptwerken stand Bachs Triosonate B-Dur, die die Instrumentierung der Kantate aufgriff und zum Requiem führte. Das viersätzige, virtuose Werk voll barocker Verzierungen gab Barbara Bielefeld und Frank Oberschelp, Blockflöten, sowie Heike Sierks, Gambe, und Wolfgang Bargel, Laute, Gelegenheit, ihr ganzes Können unter Beweis zu stellen. Verstärkt durch Simone Meyer, Gambe, hatten die Musiker bereits die Bach-Kantate begleitet.

Auch die bis auf Altistin Irmhild Wicking in Soest gut bekannten Gesangssolisten – Sopranistin Cornelia Fisch, Tenor Markus Müller und Bass Martin Blasius – hatten sich schon in der Kantate vorgestellt.

Sympathie für schöne Melodien

Dem Chor, der unter Leitung von Michael Busch vor der Orgelbühne sang, merkte man die Sympathie für die schönen Melodien an. Mit Inbrunst interpretierten die Sänger das tröstende „et lux perpetua luceat eis“ des Anfangs, das am Schluss wiederkehrt: Alles wird gut.

Schade, dass diese gelungene, in sich schlüssige Produktion, die Soester Musiker gemeinsam auf die Beine gestellt haben, nur einmal aufgeführt wird. Der Probenaufwand und vor allem das überzeugende Ergebnis rufen eigentlich nach mehr. Das Publikum dankte mit viel Applaus."

Ausführende

Cornelia Fisch – Sopran, Irmhild Wicking – Alt, Markus Müller – Tenor, Martin Blasius – Bass, Soester Instrumentalensemble in folgender Besetzung: Barbara Bielefeld-Rikus – Blockflöte, Frank Oberschelp – Blockflöte, Heike Sierks – Gambe, Simone Meyer – Gambe, Wolfgang Bargel – Laute, Ulrich Rikus – Violoncello, Gabriele Gläsmann – Orgel, Rachel Kelz – Harfe, István Türk – Pauke und Glockenspiel, Chor des Städtischen Musikvereins Soest, Leitung: Michael Busch.

Programm

Johann Sebastian Bach: Actus tragicus, Kantate BWV 106
Johann Sebastian Bach: Triosonate BWV 1039
John Rutter: Requiem

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